Interview

01

Über Nina

02

Vorbilder & Schlüsselmomente

03

Überraschungen

04

Motivation

05

Berufseinstieg

06

Herausforderungen

07

Meilenstein

08

Tag für Tag

09

Rat an andere Frauen

VORBILD

Dr. Nina Böhm

Digitalstrategin Landeshauptstadt München

  • Bayern
  • Kommune
  • Digitalisierung & KI

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“ Veränderung beginnt erst dann, wenn man selbst anfängt.

Über Nina

Nina arbeitet seit fünf Jahren als Digitalisierungsstrategin bei der Landeshauptstadt München. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie Verwaltung neu gedacht werden kann – verständlicher, zugänglicher und näher an den Menschen. Im Gespräch erzählt sie, warum gerade ihr „Blick von außen“ ihre größte Stärke ist, welche Rolle Künstliche Intelligenz dabei spielt und warum echte Gleichstellung strukturelle Veränderungen braucht.

Das vollständige Interview

01

Nina, wer bist du und was treibt dich an?

05

Was bedeutet für dich „wirksam sein“ im öffentlichen Dienst?

Ich arbeite seit ziemlich genau fünf Jahren als Digitalisierungsstrategin bei der Landeshauptstadt München. Die größte Herausforderung ist für mich nach wie vor, die „Verwaltung“ wirklich zu verstehen.

Aber genau das ist oft auch meine Superpower: Wer Strukturen nicht von innen gelernt hat, hinterfragt sie automatisch. Mit einer gesunden Portion Neugier und Unwissenheit laufe ich manchmal Wege, die andere längst nicht mehr sehen. Und genau da entstehen neue Perspektiven.

Außerdem schlägt mein Herz für Künstliche Intelligenz – aber nicht für den nächsten Hype, sondern für echten Mehrwert. KI ist für mich längst kein Tool mehr, sondern Teil meines Alltags geworden.

Wirksam sein heißt für mich, dass digitale Transformation nicht über Köpfe hinweg passiert, sondern gemeinsam mit den Menschen.

Nur wenn Menschen verstehen, worum es wirklich geht, können sie auch mitgestalten.

Und genau das ist mein Ziel.

02

Was hat dich motiviert, diesen Weg einzuschlagen?

06

Gab es Momente, in denen dir dein Frausein die Arbeit erschwert hat?

Wollen wir nicht alle irgendwie dazu beitragen, dass die Welt ein bisschen besser wird?

Ich habe irgendwann verstanden: Wenn mich Dinge stören, kann ich nicht darauf warten, dass jemand kommt und meine Probleme löst. Veränderung beginnt erst dann, wenn man selbst anfängt.

Für mich bedeutet das: Systeme mitgestalten, die gerechter sind. Technologien entwickeln, die allen dienen – und nicht nur wenigen.

Seit ich Mutter bin? Every fu**in day.

Der Druck, allem gerecht zu werden, Familie, Job, Erwartungen. Und gleichzeitig zu wissen, dass man das nicht dauerhaft leisten kann.

Diese Realität ist für viele Frauen Alltag wird aber oft nicht offen angesprochen.

Aber genau das motiviert mich: ich will, dass sich was ändert. Für mich. Für andere. Und für alle, die sich nicht mehr entscheiden wollen zwischen Familie und Verantwortung. Ich liebe die Herausforderung!

03

Was war die größte Überraschung (positiv oder negativ), die du im öffentlichen Sektor erlebt hast?

07

Wie bist du mit dieser Situation umgegangen?

Wie viel Potenzial in den Strukturen steckt und gleichzeitig, wie schwer es oft ist, dieses Potenzial zu heben.

Gerade wenn man von außen kommt, merkt man schnell: Vieles wird gemacht, weil es schon immer so gemacht wurde.

Und genau da liegt die Chance, Dinge neu zu denken.

Ich habe weitergemacht. Noch lauter und noch sichtbarer.

Und ich versuche bewusst, anderen Frauen den Rücken zu stärken. Denn was wir brauchen, sind keine Einzelkämpferinnen, sondern Allianzen.

04

Was war bisher dein größter beruflicher Meilenstein?

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Was muss sich verändern, damit Gleichstellung im Amt Realität wird?

Dass ich als weibliche Stimme im KI-Diskurs sichtbar geworden bin. Mit Haltung, Expertise und Herz.

Ich durfte in KI-Gremien mitarbeiten, Podcasts veröffentlichen und Projekte verantworten, die mehr sind als Technik.

Für mich geht es darum, Komplexität runterzubrechen und Menschen mitzunehmen.

Wir diskutieren viel darüber, wie Frauen sich besser organisieren oder sichtbarer werden sollen. Aber viel zu selten darüber, warum das System sie überhaupt ausbremst.

Gleichstellung wird erst Realität, wenn wir aufhören, Care-Arbeit als Privatsache zu behandeln. Solange Familienorganisation, Mental Load und Teilzeitmodelle stillschweigend bei Frauen landen, können wir uns jeden Gleichstellungsbericht sparen. Ich bin sehr dankbar für die Unterstützung meiner Vorgesetzten und weiß gleichzeitig, dass das nicht selbstverständlich ist.

Ich wünsche mir mehr Führungskräfte, die nicht nur verstehen, sondern aktiv ermöglichen. Die nicht fragen, ob Vereinbarkeit geht, sondern wie.

Wenn ich eine Regel ändern könnte?
👉 Führung in Teilzeit. Nicht als Ausnahme, sondern als Normalität.

09

Was möchtest du anderen Frauen im öffentlichen Sektor mitgeben?

Wartet nicht auf Erlaubnis.

Nehmt euch den Raum und hört nicht auf, Dinge zu hinterfragen.

Gleichstellung entsteht nicht, wenn Frauen sich anpassen.
Sondern wenn wir anfangen, die Spielregeln selbst zu schreiben.

Viola Borsche zeigt, dass Wandel in der Verwaltung kein Widerspruch zur Struktur ist, sondern das Ergebnis von Haltung, Mut und kontinuierlicher Reflexion.
Ihre Geschichte ist eine Einladung, Wirksamkeit neu zu denken und Verwaltung als Gestaltungsraum zu begreifen.

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